{"id":163,"date":"2017-04-16T23:16:15","date_gmt":"2017-04-16T21:16:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.irina-jacobson.de\/?page_id=163"},"modified":"2020-04-27T03:12:01","modified_gmt":"2020-04-27T01:12:01","slug":"leseprobe-klavierspielen-mit-der-seele","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.irina-jacobson.de\/index.php\/leseprobe-klavierspielen-mit-der-seele\/","title":{"rendered":"Leseprobe \u201eKlavierspielen mit der Seele\u201c"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<h5><strong>Musik ist die Sprache der Seele<\/strong><\/h5>\n<p>Irgendwo habe ich einmal gelesen: \u201eJegliches Lernen ist nur ein Erinnern.&#8220; Dieser Satz hat mich tief ber\u00fchrt, denn uns ber\u00fchrt immer das am tiefsten, was wir letztlich schon wissen. Wenn wir die \u00dcberzeugung dieser Aussage teilen k\u00f6nnen, und dies ist das eigentliche Ziel dieses Buches, k\u00f6nnen wir nicht umhin, den Menschen mit neuen Augen anzuschauen.<\/p>\n<p>Unter diesen Um\u00adst\u00e4nden m\u00fcssen wir zum Beispiel den Begriff \u201eBegabung&#8220;, den man f\u00fcr K\u00fcnstler so gern anwendet, vollkommen neu definieren. Es gibt ihn gar nicht!<\/p>\n<p>Es gibt nur Menschen, die sich mehr oder weniger erinnern. Hier wird, wenn wir diesen Satz voll\u00adkommen begreifen, auch die Arbeit eines jeden Lehrers, einer jeden Lehrerin einsetzen: Er oder sie sollte lediglich helfen, an die Erinnerung zu gelangen. Dies ist seine, ihre einzige und wahrhaft gro\u00dfe Aufgabe.<\/p>\n<p>Es kann vorkommen, dass ein Sch\u00fcler von sich aus ein viel gr\u00f6\u00dferes Erinnerungsverm\u00f6gen mitbringt, als es dem Lehrer, der Lehrerin selbst gegeben ist. Es kann auch vorkommen, dass der Sch\u00fcler einen ganz anderen Bereich seiner Erinnerungen erfahren m\u00f6chte, als Lehrer und Sch\u00fcler am Anfang ihrer Zusammenarbeit ahnen konnten.<\/p>\n<p>All diese M\u00f6glichkeiten d\u00fcrfen von einem Lehrer nicht eingeengt oder gar unterdr\u00fcckt werden. Sollte er oder sie dies tun, ver\u00adurteilt er\/sie die Sch\u00fcler zum Nichterinnern und aus einem m\u00f6glichen Genie wird ein unbewusstes Wesen. In unserem speziellen Fall wird so aus einem kreativen Musiker ein notenspielender \u201eMusikb\u00fcrokrat\u201d. Deshalb kann am Ende dieses Abschnittes auch an einen bekannteren Ausspruch erinnert werden:<\/p>\n<p>\u201eWir werden alle als Genie geboren und sterben als Kopien.&#8220;<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Schweizer Musikp\u00e4dagoge Edgar Willems beantwortete bei einem Fernsehinterview die Frage, was Musik sei (wobei man ihm f\u00fcr die Beantwortung drei Minuten zubilligte):<\/p>\n<p>\u201eMusik ist die Sprache der menschlichen Seele.&#8220;<\/p>\n<p>Mehr, aber auch nicht weniger, gab es f\u00fcr ihn zur Musik zu sagen. Wenn man davon ausgeht, dass jegliche \u00c4u\u00dferung des Menschen, so sie mit der Lebensaufgabe der Seele \u00fcbereinstimmt, auch die Sprache seiner Seele ist, steckt in diesem Satz wohl nichts wirklich Greifbares, was uns das eigentliche Wesen der Musik erkl\u00e4rt. Dennoch kann die K\u00fcrze und Ausschlie\u00dflichkeit dieser Aussage uns zum Erinnern anregen, so\u00adfern wir gewillt sind, wirklich in uns hinein zu h\u00f6ren:<\/p>\n<p>Gleicht es nicht einem Wunder, dass, rein physikalisch betrachtet, durch das Zusammenwirken und die Abfolge unterschiedlicher Schallschwingungen etwas erklingt, was jeder Mensch verstehen kann, ohne dass er, wie es bei dem gesprochenen Wort der Fall ist, die Bedeutung der einzelnen Begriffe zuvor erlernen muss? Es scheint eine Sprache zu sein, die ohne Begriffe arbeitet, die uns aber dennoch &#8211; oder vielleicht gerade deshalb &#8211; ohne Umwege gleich verst\u00e4ndlich ist. Sie ber\u00fchrt etwas in uns, was jenseits aller Worte liegt und vielleicht ist sie deshalb unsere ureigenste Sprache.<\/p>\n<p>Wenn wir t\u00e4glich, st\u00fcndlich, oftmals sogar ununterbrochen irgendwelche Musik konsumieren, wird uns dieses Wunder nat\u00fcrlich nicht mehr bewusst sein k\u00f6nnen. Musik wird hier zu einer Droge, der wir vollkommen ungesch\u00fctzt und permanent ausgesetzt sind. Unser Pers\u00f6nlichkeitsrecht auf Selbstbestimmung wird, nach meinem Empfinden, nirgends so gr\u00fcndlich missbraucht, denn durch Musik lassen sich ganze V\u00f6lker vollkommen freiwillig programmieren. Wir h\u00f6ren scheinbar nur kostenlos Musik, werden jedoch in unserer gesamten Energiestruktur grundlegend ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Diese Behauptung mag \u00fcbertrieben klingen, doch sie wird im Laufe des Buches untermauert werden.<\/p>\n<p>Musik ist Schwingung und Schwingung ist Energie.<\/p>\n<p>In Verbindung mit der Lichtenergie geh\u00f6rt sie zu den Grundbausteinen des gesamten Universums, zu dessen Bestandteil wir uns ohne Zweifel z\u00e4hlen d\u00fcrfen. Jeder einzelne unserer Zellbausteine gleicht einem kleinen Universum &#8211; wie innen so au\u00dfen -, welches in sich schwingt und klingt. Durch die wunderbare Energieleitf\u00e4higkeit der T\u00f6ne, die wir als Resonanz bezeichnen, findet in einem permanent schwingenden System, wie dem unseres K\u00f6rpers, ein augenblicklicher Informationsaustausch durch innere und auch \u00e4u\u00dfere Licht- und Schallquellen statt.<\/p>\n<p>Immer mehr Menschen m\u00fcssen sich heute Gedanken dar\u00fcber machen, <u>was<\/u> sie essen.<\/p>\n<p>Doch wann endlich werden wir uns Gedanken dar\u00fcber machen, was wir <u>h\u00f6ren<\/u>?<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik ist die Sprache der Seele Irgendwo habe ich einmal gelesen: \u201eJegliches Lernen ist nur ein Erinnern.&#8220; Dieser Satz hat mich tief ber\u00fchrt, denn uns ber\u00fchrt immer das am tiefsten, was wir letztlich schon wissen. 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